Bandscheibenvorfall (Prolaps)

Definition:

Der Bandscheibenvorfall (lat. Prolapsus nuclei pulposi, Discusprolaps, auch Bandscheibenprolaps, BSP)
ist eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei der Teile der Bandscheibe in den Wirbelkanal – den Raum, in dem das Rückenmark liegt – vortreten. Im Gegensatz zur Bandscheibenprotrusion (Vorwölbung) wird beim Prolaps der Faserknorpelring der Bandscheibe (Anulus fibrosus) ganz oder teilweise durchgerissen, während das hintere Längsband intakt bleiben kann (so genannter subligamentärer Bandscheibenvorfall).

Symptome:

Symptome des Bandscheibenvorfalls sind starke, häufig in einen oder beide Arme (Brachialgie) oder in ein oder beide Beine (Ischialgie, Cruralgie) ausstrahlende Schmerzen, oft mit einem Taubheitsgefühl im Versorgungsgebiet der eingeklemmten Nervenwurzel. Gelegentlich können auch Lähmungserscheinungen an den Gliedmaßen in den so genannten Kennmuskeln auftreten. In Extremfällen kann es zu einem Querschnittsyndrom kommen, wenn das Rückenmark geschädigt wird. Bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule können dadurch Stuhl-, Harninkontinenz und Reithosenanästhesie auftreten.

Ursache:

Es gibt verschiedene Ursachen für einen Bandscheibenvorfall: genetische Schwächen, einseitige Belastungen oder eine Schwäche der neben den Wirbeln gelegenen Muskulatur.
Häufig tritt ein Bandscheibenvorfall ebenfalls während einer Schwangerschaft auf. Weitere begünstigende Faktoren sind beim Menschen der aufrechte Gang und die Schwerkraft. Es gibt viele alte Menschen von über 90 Jahren, die in ihrem arbeitsreichen Leben niemals Beschwerden an der Wirbelsäule beziehungsweise den Bandscheiben hatten. Dagegen gibt es Kinder, die schon einen Bandscheibenvorfall erleiden mussten.

Behandlung:

In den meißten Fällen lässt sich durch moderne, minimal-invasivie Therapiemethoden die viel zu häufig und voreilig empfohlene offene Bandscheibenoperation vermeiden.

Bei einem akuten Bandscheibenvorfall (Prolaps) versuchen wir zunächst die Bandscheibe kurzfristig zu entlasten.
Unterstützend helfen Medikamente. Sollten die Beschwerden nach drei Tagen und leichten Bewegungsübungen noch bestehen, behandeln wir die Bandscheibe mit dem Wirbelsäulenkatheter nach Prof. Racz.
                                                                                                                                                                                  
                                                                                                                                                                                        Öffnet internen Link im aktuellen FensterKontakt